Permakultur in der Subarktis

07/06/2021

Es war am Beginn des neuen Jahrhunderts als ich erstmalig mit dem Konzept Permakultur in Kontakt kam. Ich war begeistert davon. Geschlossene Kreisläufe, naturnahe Bewirtschaftung der Böden, Selbstversorgung, Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit waren die neuen Begriffe in meinem Wortschatz und im Denken. Es dauerte jedoch noch ein paar Jahre bis ich auch ins Handeln kam.

Aber was ist Permakultur eigentlich? Das Wort wurde von Bill Mollison und David Holmgren in den 70er Jahren geprägt, um ein integriertes, sich entwickelndes System aus für den Menschen nützlichen mehrjährigen oder sich selbst erhaltenden Pflanzen- und Tierarten zu beschreiben. 

David Holmgren beschreibt es später in "Permanculture One" mit anderen Worten: Bewusst gestaltete Landschaften, die die Muster und Beziehungen in der Natur imitieren und dabei eine Fülle von Nahrungsmitteln, Fasern und Energie für lokale Bedürfnisse bereitstellen.

Die Vision einer dauerhaften und nachhaltigen Kultur geht also heute weit über den Bereich der Landwirtschaft hinaus.

Im Jahre 2020 habe ich den PermakulturDesignKurs in Umeå an der Vuxenskolan erfolgreich absolviert. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich bereits 10 Jahre auf meinem Grundstück in Lappland. Ich hatte schon einige Ideen und hatte mir nun das Rüstzeug für die Umsetzung erworben.

Ich wollte ein Gewächshaus bauen, um die Vegetationsperiode zu verlängern. Der Sommer ist hier oben am Polarkreis doch recht kurz. Ein Erdkeller für die Lagerung von Nahrungsmitteln sollte hinzu kommen. Und nicht zuletzt wollte ich mich vom monopolistischen Energienetz abkoppeln und schauen, ob ich nicht off-grid leben kann.

Die meisten Materialen für die Projekte Gewächshaus und Erdkeller stammen aus meinem und des Nachbarn Wald und von Abrissobjekten aus der Nachbarschaft. Gewisse Dinge musste ich natürlich einkaufen, wie z.B. lichtresistente Folie, Nägel, Schrauben, Schotter für die Drainage, Holzteerfarbe, Leinöl und diverse Werkzeuge.

Mein Nachbar Sören half mir mit seinem DIY-Sägewerk bei der Bereitstellung verschiedener benötigter Dimensionen an Holzbaustoffen. Ein anderer Nachbar lieferte mir Erdaushub für die Abdeckung des Erdkellers.

Waldboden ist nicht besonders günstig für Gemüse, deshalb stelle ich meine eigene Terra Preta (Schwarze Erde) her.

Ich möchte an dieser Stelle nicht noch mehr ins Detail gehen. Die Bilder sprechen ja für sich.